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Die History Research räumt mit Mythen und Legenden auf

1.) Der illyrische Mythos

2.) Das Rätsel der Stufenpyramide von Neustift bei Groß Gerungs

3.) Noreia die mythische Stadt


4. Das platonische Weltenjahr und der Schwindel mit dem Wassermannzeitalter


5. Die Varusschlacht

6. Der Schwindel mit den keltischen Baumkreisen

7. Jesus der Sektenführer

8.) Das Rätsel der Erdställe

9.) Der Schwindel mit den zeitgenössichen Druiden

10.) Atlantis und die Minoer

 

1.) Der illyrische Mythos

Lange Zeit hatte man angenommen, dass die Hallstattkultur auf die illyrische Kultur zurückgeht oder gar von den Illyrern getragen worden ist. Bis in die 1960iger Jahre des letzten Jahrhunderts wurden oft und gerne hallstattzeitliche oder kelto-romanische Grabhügel fälschlicherweise als illyrisch deklariert.

In manchen österreichischen Gemeinden, speziell steirischen Gemeinden, ist heute noch immer die Annahme im Umlauf, dass es Illyrer bei ihnen gegeben hat. Man geht heute in der Fachwelt aber davon aus, dass die Illyrer (oder eine illyrische Sprachschicht) in der Steiermark überhaupt nicht greifbar sind. Gleiches gilt auch für den Rest von Österreich und auch den angrenzenden Gebieten. Weder hier noch dort lebten Illyrer.

Mehr zum Thema in unserem E-Book: Neue Geschichte für das alte Neudau

 

2.) Das Rätsel der Stufenpyramide von Neustift bei Groß Gerungs

Manche Autoren behaupten vehement, dass es sich bei diesem Steinhaufen um eine keltische Grab- oder Kultanlage handelt. Oft wird diese Behauptung auch mit der Aussage, die Urgeschichte bestätige dies, untermauert.

Doch Fakt ist, dass weder die Urgeschichte in Wien noch die Urgeschichte in Niederösterreich diese Behauptungen bestätigt. Im Gegenteil, die Urgeschichte in Wien sowie auch die von Niederösterreich gehen beide von einem weit jüngeren Erbaungszeitpunkt aus.

Die urgeschichtliche Fakultät in Wien datiert die Stufenpyramide in die Neuzeit und die Urgeschichte in Niederösterreich äußert sich noch detaillierter, indem sie die Erbauung des Steinhaufens in die Zeit von Georg Schönerer (1842 – 1921) setzt. Dieser hat im benachbarten Rosenau residiert und war unter anderem geistiger Vorreiter der NS Ideologie.

Also von einem antiken oder keltischen Ursprung dieser Anlage kann also keine Rede sein, auch wenn dies von so manchen Möchtegernforschern behauptet wird. Diese Behauptungen kann man also getrost in die Welt der esoterischen Mythen und Legenden verbannen.

Auch in Brandenburg gibt es eine neuzeitliche “Pyramide“: http://www.pyramide.garzau.de . Sie sieht zwar etwas anders aus, passt aber ins Konzept der neuzeitlichen Landschaftsgestaltung, was wohl auch für das Objekt in Neustift zutrifft.

Mehr zum Thema in unserem Film: Geheimnisvolles Waldviertel

 

3.) Noreia die mythische Stadt

Die Stadt Noreia ging nur wegen einer berühmten Schlacht in die Geschichtsschreibung der Antike ein. Denn die keltische Stadt Noreia war einst Schauplatz eines legendären Siegs der Germanen über die Römer. Als die germanischen Kimbern die Taurisker bedrängten, riefen sie die Römer um Hilfe, was zu deren Niederlage in der Schlacht von Noreia im Jahre 113 vor unserer Zeit führte. Über die Stadt Noreia ranken sich bis heute hartnäckig verschiedene Mythen und Irrtümer, die Wichtigsten möchten wir im Folgenden aufklären.

Die Stadt Noeria war keine keltische oder norische Hauptstadt, es gibt dafür auch keinen einzigen Hinweis in der antiken Literatur. Zudem gab es gab vermutlich mehrere Städte bzw. Siedlungen mit dem Namen Noreia.

Speziell in Kärnten gibt es mehrere Ortschaften die behaupten, dass sich in ihrem Gemeindegebiet die sagenumwogende Stadt Noreia befindet. Teilweise gibt es sogar eine große Rivalität zwischen diesen Gemeinden. So wurde zum Beispiel die Ortschaft St. Margarethen am Silberberg in den 1930iger Jahren des vorigen Jahrhunderts in Noreia umbenannt. Doch die Stadt Noreia befand sich auch nicht im heutigen Ort Noreia, wo man ein keltisches Königshaus rekonstruierte. Denn die antike Stadt Noreia ist so wie es aussieht gar nicht in Österreich zu lokalisieren, sondern höchstwahrscheinlich in Slowenien.

Mehr zum Thema in unserem 3 teiligen Film: Die norische Kultur

 

4. Das platonische Weltenjahr und der Schwindel mit dem Wassermannzeitalter

Gewissermaßen wie die Historiker den zeitlichen Ablauf in Epochen wie Antike, Mittelalter, Neuzeit einteilen, haben auch die Denker der Antike eine große “Zeitenuhr” entdeckt: Das Platonische Weltenjahr mit einer Dauer von etwa 25.800 Jahren. Der Name verrät, dass diese Zeitenteilung keine Erfindung unseres Jahrhunderts ist, sondern bereits im antiken Griechenland beobachtet und berechnet wurde. Plato und Pythagoras dürften die Urheber der Idee sein. Sie erkannten durch Beobachtung und Berechnung, dass die Erdachse eine Kreiselbewegung vollzieht.

Diese Kreiselbewegung läuft ebenso, wie Sonne, Mond und Planeten durch die Ekliptik, das astrologische Tierkreisband, nicht zu verwechseln mit den Sternbildern des Himmels. Die Aufteilung des Weltenjahres in Weltenmonate liegt auf der Hand. Die zwölf Weltenmonate werden durch den Schnittpunkt Erdachse - Ekliptik bestimmt, ist also nur eine rein rechnerische, funktionelle Größe. Diese ist, dank der Astronomen, ebenso zu berechnen, wie der Stand der Sonne im Tierkreis. Die Bewegungsdauer beträgt ca. 72 Jahre pro Tierkreisgrad und somit etwa 2.150 Jahre für einen Weltenmonat und 25.800 Jahre für das Weltenjahr.

In das menschliche Interesse wurde die Lehre von den Weltenmonaten, im Besonderen des Wassermannzeitalters, zur Jahrhundertwende 1900 n.u.Z. gerückt. Die Wurzeln sind hier schwer zu verfolgen, doch dürfte den größten Publikationsanteil die Theosophische Gesellschaft, gegründet von Helena Petrowna Blavatsky, für sich verzeichnen. Die Theosophische Gesellschaft kann heute getrost als Ursprung zahlreicher esoterischer Lehren, Glaubensrichtungen und Heilungssysteme gesehen werden. Wer schlussendlich den zeitlichen Beginn in Umlauf brachte ist nicht bekannt und auch unwesentlich für unsere Betrachtung des Vorgangs. Wesentlich ist, dass der Anfang der Zeit der Liebe und des Lichts zwischen die Jahre 1950 und 2050 gelegt wurde.

Diese Zeitangaben können nur mit den persönlichen Wünschen und Bedürfnissen der jeweiligen spirituellen Lehrer erklärt werden, die ihre Zeit als eine Endzeit der Verwirrung und Verdammnis sahen, sich selbst zu Führern in die Freiheit auserkoren (teils auch ernannt wurden) und nach nahenden Lösungen suchten. Der zweitausendjährige Epochenwechsel bot sich an und wurde ergriffen wie ein Strohhalm in einem Glas voll Sand.

Ganze Bücher wurden mit der Hoffnung auf eine neue, heile, liebevolle Zeit vollgeschrieben, eine Unzahl sogenannter esoterischer Autoren der Gegenwart bauen Kapitel über etwas ein, dass sie noch nie wirklich bedacht und betrachtet haben. Astrologische Deutungen werden zurechtgebogen, Zeiten- und Zeichenwechsel nach persönlicher Brauchbarkeit festgesetzt, Informationen, in denen der Teufel das Detail beschreibt und der Himmel seine Augen verschließt, leben in den Gehirnen derer, die von sich sagen, sie könnten dem und den Menschen helfen, ihn heilen, ihm den Weg zum Glück weisen.

Viele Hoffnungen konzentrieren sich auf den Beginn dieses neuen Erden-Zeitalters. All die zerstörerisch wirkende Energie der vergangenen Jahrhunderte soll nun durch den Eintritt in diese neue Epoche verändert, transformiert und zum Guten gewendet werden. Nicht nur viele bekannte Astrologen unserer Zeit beschäftigen sich mit diesem Schicksalswandel der Menschheit. Auch außerirdische Sternenführer und Engelwesen melden sich über menschliche "Kanäle" zu Wort und verheißen uns nach dem lange ersehnten und vielfach prophezeiten Weltuntergang endlich die Erlösung der verführten Menschheit. Ein neues Bewusstsein wird in den Menschen heranwachsen. Negative Gedankenkräfte werden ersetzt werden durch friedvolle, liebende und einende Gedanken. Der Hass wird die Welt verlassen und nimmt Neid und Gewalt, Unterdrückung und Ausbeutung gleich mit. An ihre Stelle treten Liebe, Freude und Glück! Soweit die esoterischen Vorstellungen über das Leben und die angeblich kommenden Ereignisse.

Inspiration und Intuition sind eine wunderbare und wichtige Wesenheit des Menschen. Allerdings wirkt sie nur bei dem helfend und fördernd, der innerlich gefestigt ist aus sich selbst, und nicht ein Träger der Überzeugtheit fremder Gedanken ist, also ein willfähriger Schüler eines Meisters. Doch genau dies geschieht im Fall “Wassermann-Zeitalter” genauso wie bei der Mär vom Jahr 2012.

Im Folgenden nun in die Fakten
Das Nicolaus Copernicus Planetarium Nürnberg berichtet: “Die Grundidee des Wassermann-Zeitalters geht auf die Tatsache zurück, dass der Nullpunkt des himmlischen Koordinatensystems (der sog. Frühlingspunkt) am Himmel durch die Sternbilder wandert. Dieser sehr langsame, als "Präzession" bezeichnete Bewegungsvorgang bewirkt auch, dass astronomische Tierkreissternbilder und astrologische Tierkreiszeichen nicht mehr übereinstimmen. Wer z.B. mit der Sonne "im Zeichen der Zwillinge" geboren wurde, ist astrologisch ein Zwilling, obwohl die Sonne zum Geburtszeitpunkt im Sternbild Stier gestanden haben kann. Legt man die international gültigen Grenzen der Sternbilder zugrunde, dann befindet sich der Frühlingspunkt zur Zeit im Sternbild Fische. In diesem Sinne befinden wir uns also gegenwärtig im "Zeitalter der Fische". Voraussichtlich kurz vor dem Jahr 2600 überschreitet der Frühlingspunkt die Grenze zum Sternbild Wassermann (lat. Aquarius). Wenn man so will, beginnt das Zeitalter des Wassermanns, das ungefähr bis zum Jahr 4300 dauern wird, im Jahre 2600 n.u.Z. Ganz genau lassen sich diese Daten erst einige Jahrzehnte vorher bestimmen, weil die Präzessionsbewegung von kleineren Schwankungen überlagert wird, die sich innerhalb von einem Jahrhundert deutlich ändern.“

Wohin führt der Irrtum?
Die sogenannte esoterische Welt erwartet also einen Übergang in ein neues Zeitalter die "uranische" (=plötzliche, revolutionäre) Umwandlung (gerne als skorpionische Transformation missgedeutet) in eine höhere Bewusstseinsstufe. Mit manischer Selbstverständlichkeit wird diese höhere Bewusstseinsstufe mit dem besseren Leben, der schönen neuen Welt, Liebe, Frieden und Gemeinschaftlichkeit gleichgesetzt. Zweckorientierte Journalisten verlegen ihre Ergussebene aufs Bücher schreiben, und führen suchende Menschen auf Irrpfade, in die Sackgassen der spirituellen Irrtümer.

So mancher fühlt sich nach dem Besuch von drei Wochenendseminaren zum Heiler berufen und führt, selbst meist ohne eigene gelebte Erfahrungen, labile Menschen in das Labyrinth des "Alles ist möglich", wo diese dann, verstrickt in Vorstellungsmuster und ohne echte Orientierung, meist stehen gelassen werden. Auf dem Weg in die Freiheit des Geistes haben sie dann nur die Vorstellungen gewechselt, anstatt zu einem eigenen Bewusstsein und damit zur eigenen schöpferischen Freiheit zu gelangen. Und gerade diese Menschen sind es, die eine Vision verbreiten - die Vision vom besseren Leben auf einer höheren Stufe, einer höheren Schwingungsebene - die Vision vom Wassermannzeitalter oder der großen Offenbarung. Es handelt sich hier um eine Thematik, die nicht kritisch genug beleuchtet werden kann, will man nicht weiterhin einem Irrglauben, einer täuschenden Vorstellung, anhängen. Denn es geht schließlich um das eigene Leben, das eigenverantwortliche Leben.

 

Die Varusschlacht

“Quintili Vare, legiones redde!“ - “Quinctilius Varus, gib die Legionen zurück!“
Sueton: Augustus 23

In der Varusschlacht (auch: Schlacht im Teutoburger Wald oder Hermannsschlacht, von römischen Schriftstellern als clades Variana, als “Varusniederlage“ bezeichnet) in der zweiten Hälfte des Jahres 9 u.Z. erlitten drei römische Legionen samt Hilfstruppen und Tross unter Publius Quinctilius Varus in Germanien eine vernichtende Niederlage gegen ein germanisches Heer unter Führung des Arminius (“Hermann“), eines Fürsten der Cherusker.

Als Ort der Schlacht wurden und werden verschiedene Stätten in Ostwestfalen, Norddeutschland und in den Niederlanden vermutet. Seit Ende der 1980er Jahre werden archäologische Ausgrabungen in der Fundregion Kalkriese am Wiehengebirge im Osnabrücker Land durchgeführt, die den Ort zu einem Favoriten in der Diskussion als Ort der Varusschlacht machten.

Die heute erhaltenen unmittelbar zeitgenössischen Nachrichten berichten über das Ereignis der Niederlage der Legionen des Varus nur kurz. Hierzu zählen Ovid (Tristia III, 12, 45–48), Manilius (Astronomica I, 896–903) und Strabon (Geographica VII, 1, 4). Velleius Paterculus beschreibt 30 u.Z. die Geschehnisse sehr knapp (Historiae Romanae II, 117–119). Erwähnt wird die Schlacht daneben von weiteren Autoren, wie zum Beispiel Seneca (Epistulae morales, Brief 47), Frontinus (Kriegslisten) und Sueton. Die ausführlicheren Berichte zur Varusschlacht stammen von Tacitus Anfang des zweiten Jahrhunderts (Annalen) und von Cassius Dio Anfang des dritten Jahrhunderts (Römische Geschichte).

Um diese Schlacht und deren Austragungsort ranken sich zahlreiche Mythen und Geschichten. Angefangen mit der Lokalisierung der Schlacht bis hin zur “Befreiung Germaniens“ von den Römern.

Im Folgenden möchten wir die Fakten nun richtigstellen und den Sachverhalt aufklären.

1.) Allerjüngste Beiträge erheben verstärkt Zweifel an der Auffassung, ein Teil der Schlacht habe in Kalkriese stattgefunden. Die archäologischen Funde in Kalkriese zeigen lediglich, dass dort eine römisch-germanische Auseinandersetzung stattgefunden hat, aber allerdings erst einige Jahrzehnte nach der Schlacht von Arminius und Varus. Kalkriese kann man daher als Ort der Schlacht mit ziemlicher Sicherheit ausschließen.

2.) Besteht kein berechtigter Grund an der Aussage von Tacitus zu zweifeln, der die Varusschlacht im Teutoburger Wald lokalisierte:

„ad ultimos Bructerorum, quantumque Amisiam et Lupiam amnis inter vastatum, haud procul Teutoburgiensi saltu in quo reliquiae Vari legionumque insepultae dicebantur.“

„bis zu den entferntesten Brukterern, der alles zwischen Ems und Lippe verwüstete, nicht weit vom Teutoburger Wald, wo, wie man sagte, die Überreste des Varus und seiner Legionen unbestattet lagen“

3.) Auch die Annahme, dass sich die Römer nach dieser verheerenden Niederlage aus Germanien zurückgezogen haben ist ein weitläufiger Irrtum. Denn die Römer fielen nachweislich noch bis Mitte des 4. Jahrhunderts immer wieder in Germanien ein, wie auch weitere Schlachtfelder belegen. Zum Beispiel gab es, wie bereits erwähnt, einige Jahrzehnte nach der Varusschlacht, eine römisch-germanische Auseinandersetzung in Kalkriese. Zudem unternahmen die Römer auch später noch begrenzte Feldzüge in das “freie Germanien“, wie unter anderem die Funde des Harzhornereignises aus dem Jahre 2008 beweisen, wodurch auch die Aussagen in schriftlichen Quellen bestätigt wurden. Diese begrenzten Feldzüge und Einfälle waren jedoch vor allem zur Vorfeldsicherung der Grenze gedacht. Der letzte römische Feldzug jenseits des Rheins unter dem Befehl eines römischen Kaisers wurde 378 von Gratian unternommen.

 

Der Schwindel mit den keltischen Baumkreisen

Wenn etwa Städte wie Wien oder Villach ganz offiziell Esoterisches propagieren und finanziell fördern (Lithopunktur in Villach, keltischer Baumkreis und Kraftort auf dem Zentralfriedhof in Wien) und darüber in ihren Medien berichten, ist auf völlig unverdächtiger Ebene einer Verbreitung von Irrationalismen und deren Bevorzugung gegenüber wissenschaftlich belegbaren Tatsachen der Weg geebnet.

Im Wienerwald, hoch oben auf einer Kuppe des Cobenzl - sinnigerweise heißt sie Himmelswiese - bilden 40 Bäume den keltischen Baumkreis. Verschiedene AutorInnen vertreten die Meinung, das "uralte" keltische Baumhoroskop sei in den fünfziger Jahren erfunden worden.

In den zahlreichen esoterischen Lexika bis zur Mitte der neunziger Jahre finden sich noch keine Eintragungen zu den Stichwörtern "Baumkreis" oder "Baumhoroskop".

Zum keltischen Baumkreis gehören 22 verschiedene Baumarten, die in dem von Michael Vescoli1 vor fast 50 Jahren erfundenen, als uralt verkauften keltischen Baumhoroskop eine Rolle spielen. Nach Vescoli sind folgende Baumarten im Baumkreis vertreten: Apfelbaum, Feigenbaum, Hainbuche, Esche, Kastanie, Eibe, Nussbaum, Ahorn, Eberesche, Haselnuss, Linde, Weide, Kiefer, Zeder, Pappel, Zypresse, Ulme, Tanne, Buche, Olivenbaum, Birke, Eiche.

Diese Bäume entsprechen nicht jenen, die Professor Helmut Birkhan, habilitiert in Keltologie, Universität Wien, in seinem ausführlichen Werk den Kelten zuordnet: "Gute Bäume, wie Eiche, Eberesche, Brombeere, Eibe, Efeu, Weide Birke, Ulme, Erle und Hasel, [waren] von verfluchten Bäumen wie Schwarzdorn und Espe unterschieden."2

Neben Vescolis Baumkreis sind keltische oder "heidnische" Baumhoroskope in Umlauf, jedes einzelne jeweils als das "echte" Baumhoroskop präsentiert. Mitunter kommen hier auch Buschwindröschen, Ginster, Holunder und Weißdorn vor. Auch das Neuheidentum, das sich auf keltische, germanische oder beiderlei Traditionen beruft, kennt Baumkreise, allerdings können diese auch aus nur einer Baumart - vorzugsweise Eiche oder Buche - bestehen. Das Verhältnis der neuen HeidInnen zum Rechtsextremismus ist zum Teil nicht ganz klar, gelingt doch die Abgrenzung zum nationalsozialistisch verklärten Germanentum nicht einmal jenen Gruppen immer, die sich bewusst davon distanzieren wollen. Der Baumkreis im Wiener Wald beinhaltet auch Elemente der Zahlenmagie: die immer wiederkehrende Zahl Dreizehn (Durchmesser 130 Meter, 130.000 Schilling für eine Baumpatenschaft), deren Ziffernsumme ebenso vier ergibt, wie die der Zahl 22 (Anzahl der Baumarten).

Wenngleich Birkhan ein gewisses Naheverhältnis der Kelten zu Bäumen bestätigt, weiß er von Baumkreisen und Baumhoroskopen nichts: "Den Baumkreis gibt es natürlich nicht", sagt er auf Anfrage3, er sei ein erklärter Gegner der Baumkreistheorie, die auch "botanischen Unsinn" enthalte. Aber auch beim Kuratorium "Rettet den Wald" weiß man Bescheid: Der Baumkreis komme aus Frankreich über Polen nach Österreich, historisch sei er nicht4, aber unsere Vorfahren hätten eine enge Beziehung zu den Bäumen gehabt. Der Baumkreis sei auch als Naturlehrpfad zu verstehen; und für die Berichterstattung der Medien sei das Kuratorium nicht verantwortlich. Dass Heilingbrunner sich für den ORF Arm in Arm mit der auf allen ORF-Kanälen tätigen Wahrsagerin Rosalinde Haller anlässlich der Walpurgisnacht filmen lässt, während schon die Hexen ums Feuer tanzen5, sei für die "gute Sache", sagt eine Sprecherin des Kuratoriums.

Von Anfang an waren sowohl öffentliche Stellen als auch Personen aus dem öffentlichen Leben an der Errichtung des Baumkreises beteiligt, nicht zuletzt der damalige Wiener Finanzstadtrat und derzeitige Finanzminister Rudolf Edlinger (SPÖ). Das 3,5 Millionen Schilling (254.355 Euro) teure Grundstück, das ursprünglich der Caritas gehört hatte, stellte die Gemeinde Wien zur Verfügung.6 Die Gesamtkosten sollen 40 Millionen Schilling (2.906.900 Euro) betragen haben, was allerdings niemand bestätigen will.

Der Spatenstich durch Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) 1996 war eine geradezu logische Folge.

Auch im Parlament durfte Gerhard Heilingbrunner, Vorstand des Kuratoriums "Rettet den Wald", früher prominenter Aktivist beim Konrad-Lorenz-Volksbegehren und ehemaliger Sekretär der Ex-Umweltministerin Marilies Fleming (ÖVP), den Lebensbaumkreis vorstellen: "Ein einzigartiges Kultur-Natur-Projekt auf der Himmelswiese in Wien"7, jubelt die Parlamentskorrespondenz: "Die Präsentation von Modellen und Plänen dieses Projekts, das vom Kuratorium "Rettet den Wald" gemeinsam mit der Stadt Wien und dem Landwirtschaftsministerium [...] realisiert werden soll, nahm Nationalratspräsident Dr. Heinz Fischer heute Abend gemeinsam mit dem Wiener Vizebürgermeister Rudolf Edlinger [...], dem Präsidenten des Kuratoriums "Rettet den Wald", Dr. Gerhard Heilingbrunner, und dem künstlerischen Projektleiter, Architekt Hans Hoffer, vor. Mit ihrer Idee, an einem Kreuzungspunkt vieler Wanderwege 40 Bäume von 22 Arten in zwei konzentrischen Kreisen mit Durchmessern von 130 und 30 Metern zu pflanzen und solcherart eine künstlerische und naturräumliche Installation als Stätte der Begegnung des Menschen mit der Natur zu schaffen, beziehen sich die Planer des Projekts bewusst auf die keltische Lebensbaum-Tradition. Diesen in unserer schnelllebigen Zeit verschütteten Zugang zur Natur symbolisch wiederzubeleben und mit einer künstlerisch attraktiven und zugleich lebendigen Natur/Landschafts-Installation Verständnis für die umfassende ökologische Bedeutung des Baumes und des Waldes zu schaffen, ist das Ziel des Lebensbaumkreis-Projekts. [...] Da in Zeiten der Sparpolitik eine zur Gänze öffentliche Projektfinanzierung unmöglich sei, wurde, wie Vizebürgermeister Edlinger und Präsident Heilingbrunner ausführten, ein Sponsorenmodell entwickelt, in dem Einzelpersonen, Firmen und Institutionen Baumpatenschaften übernehmen können."8

130.000 Schilling (9447 Euro) pro Baum sollten die Sponsoren zahlen. Es fand sich tatsächlich für fast jeden Baum ein Sponsor, abzulesen auf kleinen Schildchen, die auch die angeblichen spirituellen Eigenschaften der im Zeichen dieses Baums Geborenen aufzählen.

Die Geldgeber haben sich ganz augenscheinlich nicht immer überlegt, ob der gesponserte Baum zu ihrem Firmenimage passt: Von den beiden Zypressen trägt die eine ein Schildchen der Bank Austria und die andere eins der "Kronen Zeitung". In ihrem spirituellen Charakter soll die Zypresse, eine vom Aussterben bedrohte Baumart, "hart im Nehmen" und "sprunghaft" sein. Die Austria Tabak AG sponsert einen Haselnußstrauch, der für den "aktiven Streiter für das Gemeinwohl" steh; für eine Tanne hat sich die Raiffeisen-Bank entschieden, angebliche Tanneneigenschaft: "leicht egoistisch, sehr fleißig", McDonald`s leistet sich eine Pappel, die in Vescolis Keltenhoroskop für "oft unverstanden, ein Freund fürs Leben" steht.

Der letzte Schrei, im wahrsten Sinn des Wortes, ist das sprechende Horoskop. Vor jedem Baum steht eine Art steinerner Kasten, aus dem, mittels Bewegungsmelder gesteuert, jeweils eine andere Stimme in Märchenmanier ertönt. So erfahren die interessierten Keltengläubigen, welche Charaktereigenschaften sie mit ihrem Horoskopbaum verbinden.

Feigen- und Olivenbäume müssen im Warmen überwintern, weil sie am Cobenzl eingehen würden; allein das weist darauf hin, dass die Kelten im Wienerwald nicht ausgerechnet diese Bäume für heilig gehalten haben können. Auch die Weide sieht gar nicht gut aus, ihr Platz ist gewöhnlich am Wasser, nicht auf einer Bergkuppe.

So wie die Legende vom Baumhoroskop ganz offiziell gepflegt wird, ist mittlerweile auch diverser Hexenzauber salonfähig; der Wiener Baumkreis wird zum Schauplatz von Hexenfesten, von denen dann wiederum die "Seitenblicke" und andere Medien berichten. Fast in jeder zweiten Nummer von "Unser Wien", die über Postwurf verteilte Zeitschrift der Wiener Verkehrsbetriebe, gibt es einen Bericht über den Baumkreis und die schon selbstverständlich gewordenen "keltischen Vorfahren"; der Hinweis auf das Baumhoroskop fehlt natürlich nie. Das Publikum wird in dem Glauben gelassen, der Baumkreis sei tatsächlich auf die Kelten zurückzuführen.

Noch schlimmer allerdings als die Verbreitung durch Postwurfsendung sind die anscheinend schon zur allgemeinen Praxis gewordenen Schulwandertage zum Baumkreis. Die Ausrede dazu lautet, daß er ja als Baumlehrpfad gesehen werden könne, als ob es in Wien nicht eine ganze Reihe von wirklichen Baumlehrpfaden, etwa im Botanischen Garten und im Lainzer Tiergarten gebe.

Wenn in der Mappe einer vierten Volksschulklasse zum Thema Baum neben sinnvollen Arbeitsblättern plötzlich auch der Baumkreis auftaucht, dann noch von den Kindern verlangt wird "umarme eine Minute lang einen Baum, schreib auf was du dabei fühlst", dann noch der Horoskopbaum gezeichnet werden muss und schließlich die dazugehörige Elfe, die das Kind beschützt, so meint man sich in eine von keiner Reform angekränkelten Waldorfschule versetzt. Doch nein, die Mappe stammt aus dem Schuljahr 2000/2001 einer öffentlichen Wiener Volksschule.

1 Vescoli, Michael: der keltische Baumkalender. Hg. Hajo v. Banzhaf. München: Hugendubel, 1996.

2 Birkhan, Helmut: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. Wien: Verlag der österreichischen Akademie der Wissenschaften, 1997. S. 781, hier Fußnote 5.

3 Telefongespräch mit Helmut Birkhan am 28. 4. 1999 und am 4. 5. 1999.

4 Telefongespräch mit dem Kuratorium "Rettet den Wald" am 15. 3. 1999 und am 4. 5. 1999.

5 Seitenblicke. ORF 2 (1. 5. 1999).

6 Telefonat mit der Kuratorium "Rettet den Wald" am 15. 3. 1999.

7 Parlamentskorrespondenz, 5.12.1996/Nr. 731. PR-Sensation im Parlament: ein Denkmal für "Bruder Baum".

8 Ebd.

Quelle und zuerst erschienen in: Schulheft 103/2002

 

Jesus der Sektenführer

"INRI - Jesus von Nazaret König der Juden."
Schon hier beginnt der erste Irrtum, denn die Stadt Nazaret gab es zu Jesu Zeiten noch nicht, sie wurde erst viel später gegründet. Vielmehr war Jesus ein Nazarener bzw. Nazoräer. Die Nazarener waren eine kleine rebellische Sekte innerhalb des Judentums, die sich gegen die Pharisäer und deren Verbündeten den Römern auflehnte.

Auch stimmt es nicht, dass Jesus die christliche Religion begründete, da er selbst ja Jude gewesen ist. Als er gestorben ist, hatte diese nazaretanische Sekte, deren Anführer wohl Jesus gewesen ist, nur an die 150 Anhänger gehabt.

Das folgende ist ein Auszug aus einem Interview mit dem "Sektenexperten" Georg Schmid, dass in einem Internetblog bezüglich seines Buches „Die Sekte des Jesus von Nazaret“ (Kreuz Verlag 2006) veröffentlicht wurde:

War Jesus ein Sektenguru?
Diese Frage ist klar mit Ja zu beantworten. Wohlverstanden, ich möchte hier nicht die Sekten verteidigen; im Gegenteil, ich finde es gut, solche kritisch zu beobachten. Aber dann soll man sich auch mit der katholischen und evangelischen Grosssekten, genannt Kirchen befassen. Nur weil sie etabliert sind - eine Mehrheit sind sie schon lange nicht mehr - maßen sie sich an, andere, vom Mainstream abweichende Gruppierungen, als Sekten zu bezeichnen. Von der Lehre her, sind die Kirchen nicht besser oder anders als irgendeine Sekte.

Lange habe er sich gesträubt, Jesus und seine Jünger unter der Sekten-Perspektive zu analysieren, sagte Schmid im Kirchenboten 5/2006 für den Kanton Zürich. Denn die Sektenoptik gebe den Blick auf die Einmaligkeit des Christentums und seinen entscheidenden Unterschied zu den anderen Sekten frei. Falsch Euer Ehren: Diese Optik zeigt, dass das Christentum nichts anderes als eine Sekte im Judentum war, welche um einen Wanderprediger und Wundertäter entstanden ist, der als Aufrührer hingerichtet wurde. Dieser Sekte gelang es dann, die Begrenzung auf das Judentum zu sprengen und sich im damals tonangebenden Griechentum (Hellenismus) auszubreiten.

Alle Religionen mit einer charismatischen Gründergestalt waren einmal Sekten, so Schmid, aber nicht im luftleeren Raum (ich). Beim Christentum war es das von den Römern besetzte Palästina, wo eine fiebrige Endzeiterwartung im Judentum herrschte und eine politisch und religiöse aufgeheizte Atmosphäre war. Vom Gründer her ergab sich eine Nachfolgedynamik, das war bei Jesus so und bei Mohammed.

Auch die Sekte, 'Christentum' genannt, ist erst nach der Hinrichtung ihres Gründers und charismatischen Führers mit Paulus entstanden. Dieser konnte auf den großen, mit der Zeit ins Göttliche erhobenen, vollkommenen Guru ("wahrer Mensch und wahrer Gott") verweisen.

Jesus muss als größenwahnsinnig bezeichnet werden ("niemand kommt zum Vater außer durch mich") und wahr offensichtlich psychisch krank; er verfluchte einen Feigenbaum, der keine Früchte trug, weil nicht die Jahreszeit war. Durch die Betonung der Nachfolge Jesus gab es im zweiten Jahrhundert einen krankhaften Märtyrerkult: Viele der damals verfolgten Christen drängten sich geradezu danach, in der Arena von wilden Tieren zerfleischt zu werden. Die Gefahr durch zu starken Glauben ins Wahnhafte abzugleiten, ist immer da, ob man Christ, Moslem oder Buddhist ist (bei den letzteren vielleicht etwas weniger). Das liegt in der menschlichen Natur.

Mehr zum Thema in unserem E-Book: Christentum entschleiert

 

Das Rätsel der Erdställe

Die Datierung der Erdställe lässt sich ohne weiteres mit der bayrischen Landnahme in Österreich in Einklang bringen. Interessant ist daher, dass die Erdställe vorwiegend in den Gebieten angelegt worden sind, wo auch die Bayern ihre Herrschaftsgebiete gehabt haben. Was Österreich und Mähren betrifft ist es auffällig, dass der älteste Erdstall auf etwa 950 u.Z. und der jüngste auf etwa 1210 u.Z. datiert wird und nach dem Jahre 1250 u.Z. nachweislich keine Erdställe mehr angelegt worden sind.

Das ist genau in die Zeit der sogenannten Babenberger-Herrschaft. Sie herrschten von 976 bis zu ihrem Aussterben 1246. Dies kann kein Zufall sein, daher können wir davon ausgehen, dass die Erdställe eindeutig mit den sogenannten Babenbergern im Zusammenhang gebracht werden müssen.

Zusammengefasst spricht also alles dafür, dass die Zeitliche Datierung der Erdställe vom 10. bis Mitte des 13. Jahrhunderts richtig und stimmig ist. Es gibt demnach also keinen einzigen Grund etwas anderes anzunehmen, zu vermuten oder zu postulieren. Auch wenn dies einige Menschen nicht gerne hören, ändert es nichts an dieser Tatsache.

Da wir die Erdstallanlagen eindeutig der Babenberger-Herrschaft zuordnen können, können wir auch davon ausgehen, dass sie die Bauherren bzw. Auftraggeber gewesen sind. Natürlich werden sie nicht selbst gegraben haben, aber man kann davon Ausgehen, dass sie Handwerker an der Hand hatten, die in ihrem Herrschaftsgebiet diese Arbeiten verrichteten. Vermutlich waren dies gotische Baumeister. Schließlich ist es auch belegt, dass die Babenberger in ihren gesamten Herrschaftsgebiet zahlreiche Verteidigungsanlagen errichteten.

Das die Babenberger Bauleute aus dem Friaul in ihren Diensten hatten wissen wir, sie hatten für die Babenberger z.B. die Fernverkehrsstraßen südlich von Wien neu angelegt. Doch obwohl sich an ostösterreichischen Babenbergerfestungen konzentriert Steinmetzzeichen zeigen, die in ihrer Form enge Parallelen untereinander aufweisen, konnte in Österreich bisher keine landesfürstliche Bauhütte wie in Süditalien, Ungarn oder Böhmen nachgewiesen werden.

Bis zum Ende der Babenbergerherrschaft wurden zahlreiche herzogliche Wehrbauten mit Buckelquadern akzentuiert, später wurden sie nur noch selten verwendet. Nachdem mit dem Tod des letzten Babenbergers offenbar sämtliche Großbaustellen gestoppt wurden, entstanden unter König Ottokar II. auch in Böhmen einige Kastelle nach staufischem Muster.

Der Grund dafür warum es keinerlei Aufzeichnungen über die Erdställe gibt ist schier einfach. Da die Babenberger ziemlich schnell ausgestorben sind und nach ihnen die Habsburger auf der Bildfläche erschienen sind, die ja ihre eigenen Techniken hatten, ist es nicht weiter verwunderlich, dass wir darüber auch aus dem Mittelalter keinerlei Aufzeichnungen vorfinden. Der letzte Babenberger war Ottokar. Ottokar, der 1253 seinem Vater Wenzel I. als König von Böhmen gefolgt war, einigte sich 1254 mit Béla IV. und überließ diesem die Steiermark. Ottokar besiegte Béla 1260 auf dem Marchfeld, der daraufhin im Frieden von Wien am 31. März 1261 die Steiermark an Böhmen abtrat. Ottokar, der sich 1261 von Margarete trennte, beherrschte somit Österreich und Steiermark. Nach dem Tode Ottokars in der Schlacht auf dem Marchfeld, 1278, fiel das Babenberger Erbe an das Haus Habsburg. Das war sozusagen das Ende der Babenberger, aber auch das Ende der Erdstallbauten.

Mehr zum Thema in unserem E-Book: Erdstall & Lochstein Profiling

 

Der Schwindel mit dem zeitgenössichen Druidentum

Die druidische Lehre ist insofern interessant und spannend zugleich, da sie die älteste und  gleichermaßen auch die einzige westeuropäische Philosophie ist, die uns aus der Antike überliefert ist. Da sich diese westeuropäische Geisteshaltung grundlegend von den mediterranen, den östlichen oder fernöstlichen Weltanschauungen unterscheidet, stellt sie somit ein eigenes philosophisches Denkmodell dar.

Aber das Druidentum welches heute als Druidentum im Umlauf ist, hat absolut nichts mit der antiken Druidenkaste zu tun, denn dieses gibt es seit gut 2000 Jahren in seiner ursprünglichen Form nicht mehr. Das ursprüngliche Druidentum ist mit dem keltischen Gesellschaftssystem ausgestorben, da es
untrennbar mit der keltischen Gesellschaftsform verschmolzen gewesen ist. Darüber hinaus braucht man sich auch keine Illusionen machen oder zu diskutieren, denn das ist ein geschichtliches Faktum, an dem man auch nicht rütteln kann, da diese Geschichte schon geschrieben ist. Jeder Versuch das
Gegenteil zu behaupten kann daher nur belächelt werden, und als hochgradig unseriös eingestuft werden.

Die Druiden erfassten und entwickelten das Wissen des keltischen Zweiges der europäischen Eingeborenentradition. Sie organisierten das traditionelle Wissen, lehrten es in Schulen und erfüllten die Bedürfnisse einer komplexen, wachsenden Gesellschaft. Sie wurden bis zu einem derartigen Grad
ausgelöscht, sodass niemand behaupten kann, dass er irgendetwas von ihnen in direkter Linie von der Keltenzeit bis zu Gegenwart empfangen habe. Obwohl das Umfeld, in dem die Druiden wirkten, gegenwärtig komplett verlorengegangen ist, ist doch ihr Wirken in der frühen irischen und walisischen Literatur überliefert. Außerdem haben einige Hexen und volkstümliche Überlieferungen überlebt. Trotz Verfolgung haben sie einiges vom alten Weg bis in die Gegenwart überliefert. Allerdings sei darauf hingewiesen, dass volkstümliche Tradition nicht bis zu dieser philosophischen Ebene wie das Druidentum organisiert war und ganz andere soziale Bedürfnisse erfüllen musste.

Heute wird sehr oft behauptet, die Wiccabewegung geht auf die Überlieferung der Kelten und Druiden zurück, doch dass ist schlichtweg falsch, denn Fakt ist: Die modernen Wiccas berufen sich auf die nicht historischen Arbeiten von Schriftstellern, wie Sir James Frazer und Margaret Murray und auf die zeremonielle Magie, von eher als koordinierende Praktiker der Gegenwart zu sehende Vorbilder wie Gerald Gardner, als auf die traditionelle europäische „Eingeborenenspiritualität“. Daher unterscheiden sich ihre Rituale und Ansichten grundlegend von dem, was wir als keltische Tradition – organisiert und praktiziert durch die antiken Druiden – sehen. Wiccas neigen dazu, der Göttin und dem Gott zu dienen, während die Druiden einer monistischen bez. pantheistischen Weltanschauung anhingen. Auch die sogenannten Druidenorden in England, Deutschland, Australien und USA haben nichts mit dem antiken Druidentum zu tun, denn sie sind neuere Erfindungen des 17.Jht.u.Z.. Vielmehr sind solche Organisationen aus den Freimaurerlogen heraus entstanden.

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Atlantis und die Minoer

Sind Platons Erinnerungen Realität oder Fiktion? Seit Jahrhunderten stellen sich Forscher und Wissenschaftler diese Frage. Neueste Forschungen lassen vermuten, dass Platons Atlantisgeschichte doch reale Erinnerungen an die Minoer sein könnten.

Die Minoer waren eine der ersten europäischen Zivilisationen. Siedlungen der Minoer gab es in der Ägäis, auf Kreta und dem türkischen Festland. Die minoische Sprache glich der altiranischen Sprache und wurde von Iran bis Indien gesprochen.

Doch so fortschrittlich die Minoer auch gewesen sein mögen, ihre Kulthandlungen waren doch sehr archaisch. So geht zum Beispiel der Mythos vom Minotaurus auf die Minoer zurück. Der Minotaurus verspeiste gerne Menschen per lebendigen Leib. Vorwiegend 7 Jungfrauen und 7 Jünglinge. Dieser Mythos hat jedoch auch einen sehr realen Hintergrund, denn die Minoer opferten Menschen, vorwiegend Jugendliche. So hat man unter der Königsstrasse auf Knossos Knochen von Jugendlichen gefunden, die nicht nur geopfert wurden sondern auch verspeist wurden. Das spricht dafür, dass die Minoer zumindest was ihre Kulthandlungen angeht, Kannibalen gewesen sind.

Im Jahre 1628 v.u.Z. brach der Vulkan Tera auf Santorin aus, mit weitreichenden Folgen für die minoische Zivilisation. Ein Teil der Caldera von Tara stürzte ins Meer und löste dadurch mehrere verheerende Tsunamis aus. Die erste Welle war etwa 20 Meter hoch und 50 km breit, sie raste mit 30 km/h auf die von den Minoern bewohnten Inseln zu. Das entspricht einer Windgeschwindigkeit von 30.000 km/h. Dieser Ausbruch war 10-mal stärker als der Ausbruch des Krakatau im Jahre 1883.

Diese Katastrophe läutete schließlich das Ende der minoischen Kultur ein, denn diese Katastrophe fegte nicht nur die minoischen Siedlungen hinweg, sondern ihre gesamte Zivilisation.

Die ägyptischen Priester berichteten, das Reich der Atlanter sei vor 8000 bis 9000 Jahren versunken. Aber passt das Zeitlich zusammen? Ja denn die von Platon erwähnten 8000 Jahre sind in Wahrheit Monate gewesen, denn die Ägypter rechneten zu Solons Zeiten mit einem Mondkalender. Demnach hätte sich also die Atlantiszerstörung gegen Mitte des 16. vorchristlichen Jahrhunderts ereignet.

 

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